25. Mai 2015

No Monologue: Was macht dich glücklich?




"Kennst du eigentlich auch schlechte Laune?", werde ich mit einem breiten Grinsen und hochgezogenen Brauen gefragt.
Natürlich kenn ich sie, jeder wird manchmal von ihr heimgesucht. Der Knackpunkt ist jedoch, sie nicht so weit an sich heranzulassen, sie nicht Überhand gewinnen zu lassen. Denn meiner Meinung sind es so viele Situationen nicht wert, schlechte Laune an den Tag legen zu lassen.
Viele von uns haben das Privileg, in einem Land zu wohnen, welches sehr sicher ist, welches einem Schutz in notbedürftigen Lagen gibt, in welchem Menschen ein Zuhause haben. Ich meine, worüber beklagen wir uns denn bitte so oft?
Ich habe schon vieles gesehen, viele Städte, viele Orte. Habe auch Elend gesehen, weiß zu schätzen, wie gut es uns geht. Und ich glaube, das dass der erste Punkt ist, zu wissen, was es bedeutet, glücklich zu sein. Viel zu wenig schätzen wir die Welt, in welche viele von uns hinein geboren worden sind. Uns geht es gut, wir haben genügend zu essen. Wo bleibt unsere Dankbarkeit?
Wir können uns wirklich so glücklich schätzen, solche Lebensstandards zu haben. Denn selbstverständlich ist dies wirklich nicht. Regelmäßg bekomme ich von Freunden aus Südafrka mit, was dort unten schon wieder vorgefallen ist. Gefesselt im eigenen Haus, ausgeraubt bis aufs letzte Hab und Gut. Knarre oder Messer an Kopf und Hals gehalten. Worüber regen wir uns bitte auf?
Und trotzdem. Ich war in Slums und ich habe es gesehen. Glückliche Kinder. Ohne elektronische Geräte, ohne die neusten Nikes, ohne Auto und ohne viel Geld. Meistens sind es doch genau die Menschen,  die kaum etwas haben, die glücklicher als alle anderen sind.
Warum das so ist? Weil sie wahre Werte schätzen können. Kein Geld, keine Macht, sondern Menschen. Das Beisammensein von Familie und Freunden. Etwas, was mich persönlich auch sehr glücklich macht. Wenn nicht sogar am meisten. Wahre Freunde zu haben. Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, mit denen man die Welt entdecken und Pferde stehlen kann, die einen bekräftigen und stärken, die einen voll und ganz so schätzen, wie man ist, immer für einen da sind und zu dir stehen, egal, was auch immer du verantstaltet hast.
Doch für mich gehört zum Glücklich sein auch ganz klar dazu, schlechte Dinge nicht zu nah an einen Menschen selbst heran zu lassen, den Kopf oben und über Wasser zu halten, auch wenn Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Offen für Neues zu sein. Neuland. Reisen. Die Welt zu sehen. Die Unterschiede von Menschen, Traditionen und Kulturen zu sehen. Menschen nicht abweisend gegenüber zu treten.
Doch ganz wichtig, sich selbst nicht zu vergessen. Die Ausgewogenheit zwischen Hilfsbereitschaft und eigenem Zeit-und Kapazitätenvermögen zu finden, JA und NEIN sagen zu können, zu wissen, was man wirklich will. Sich selbst gefunden zu haben. Ich kann für mich sagen, ich bin angekommen, kenne meine eigene Identität, und auch wenn ich nicht immer weiß, wo mein Platz auf der Welt ist, weiß ich wo ich hingehöre. Glücklich sein ist ein sich ständig neuerfindender Prozess, der mit der Einstellung des einzelnen Menschen zu tun hat. Und für mich bedeutet es wirklich, die Zeit meines Lebens zu genießen (auch, wenn es mal nicht so glatt läuft) und die Welt zu entdecken und viel zu reisen, sich weiterbilden zu können, zu wissen und zu schätzen, was man doch für eine tolle Familie man hat und was für unglaubliche Freunde deinen Weg begleiten.

"Als ich fünf war, hat meine Mutter immer gesagt, dass es das Wichtigste im Leben sei, glücklich zu sein.
Als ich später in die Schule kam, baten sie mich aufzuschreiben, was ich später einmal werden möchte.
Ich schrieb auf: ,glücklich'.
Sie sagten mir, ich hätte die Frage nicht richtig verstanden, und ich antwortete ihnen, dass sie das Leben nicht richtig verstanden hätten".
- John Lennon -

Glücklich zu sein ist ein wichtiges Lebenselexir – meiner Meinung nach. Ich bin Realist und Optimist zu gleich. Denn es ist wichtig, sich Ziele zu setzen. Sie dürfen nicht zu hoch und unerreichbar sein, aber anspruchsvoll. Keinen Plan im Leben zu haben, macht unglücklich, sich zu viel vorzunehmen jedoch auch.
Das schönste auf Erden ist jedoch das Gefühl, Glück teilen zu können. Menschen eine Freude zu machen. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Das brauch auch nur ein warmes Lächeln sein oder ein nettes Hallo zum Busfahrer.

Lieben Gruß,








Dieser Beitrag war Teil der Blogparade "No Monologue", bei welcher ich mich mit verschiedenen Bloggern zusammengetan habe und wir monatlich zu einem Thema alle einen Beitrag mit viel Diskussionsfläche verfassen können. Und da wir alle verschiedene Meinungen haben und uns gemeinsam austauschen wollen und nicht in einem "Monolog", können hier ab dem jeweiligen Datum die folgenden Beiträge gefunden werden.


26.05 Changiereffekt
27.05 Cherrypuke's
28.05 Helmut
29.05 Himmelsblau
30.05 Carotellstheworld
31.05 Maxie-Renée
1.06 Lexasleben
2.06 Lieblingsküche
3.06 Lionheart-Memories
4.06 Carolinart
5.06 Vitaaas
6.06 Märzmädchen

Kommentare:

  1. Ich gebe dir da vollkommen recht: Menschen sind so viel wichtiger als Besitztümer. Allerdings reichen sie oft nicht aus um glücklich zu sein. Den meisten auf jeden Fall nicht. Da braucht es dann mehr als die richtigen Menschen, damit das Glück des Augenblicks auch wahrgenommen wird.

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  2. Mmh...
    Der Vergleich zu Afrika - ich weiß nicht... irgendwie missfällt er mir...

    Sonst hast du ein paar gute Gedankenaufhänger geschrieben :)
    Danke dafür.

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